namenlos

In der Regel soll es hier eher um besondere, exotische, seltene, häufige, langweilige, schöne, auf jeden Fall aber wohl meistens bereits vergebene Namen geben.

Hier aber mal etwas über einen kleinen Mann, der gerade deswegen auffällt, weil er eben keinen solchen Namen hat. Zumindest noch nicht offiziell. Seine Eltern können sich in nämlich bis jetzt noch nicht einigen, wie genau er heißen soll. Dabei ist ihr Sohn jetzt schon stolze 14 Monate auf der Welt.

Zur Wahl als Rufname stehen anscheinend David (Favorit der Mutter) und Julian (vom Vater bevorzugt). Weitere Namen in der engeren Auswahl sind Laurin und Raphael (oder auch Rafael, die Zeitungen widersprechen sich da).  Auf jeden Fall sollen es am Ende vier Namen werden, das ist wohl schon klar. Die Mutter hätte es aber gerne noch biblischer, dem Vater sind die genannten Namen bereits biblisch genug. Außerdem sind sich die Eltern generell noch nicht sicher, welcher Rufname am besten zu ihrem Kind passt. „Die Kinder verändern so schnell ihren Gesichtsausdruck“, da wolle man lieber noch ein bisschen abwarten, sagt die Mutter laut bild.de.

Diese Idee fanden die Behörden aber nicht besonders gut. Denn anscheinend muss man den Vornamen eines Kindes in Deutschland innerhalb eines Monats nach der Geburt anzeigen. So genau nahm das die Stadt München dann gar nicht mal. Aber nachdem die Eltern nach einem Jahr und trotz mehrfacher Aufforderungen immer noch keinen Vornamen vorzuweisen hatten, verhängte das Amt ein Zwangsgeld von 50 Euro pro Monat.

Das wiederum fanden die Eltern (beide Juristen) ungerecht und zogen vor Gericht. Sie könnten schließlich keinen Namen anzeigen, für den sie sich noch gar nicht entschieden hätten. Und das Gericht hat ihnen jetzt Recht gegeben. So können sie noch länger überlegen, nach welchem Namen ihr Sohn aussieht.

Und spätestens wenn der Kleine in den Kindergarten kommt, wollen sie sich dann auch auf einen Namen festlegen. Ich bin ganz zuversichtlich, dass das auch wirklich klappt. Bei den beiden großen Schwestern haben sie es schließlich auch irgendwann geschafft; die neunjährige Tochter hört auf den nicht so kurzen Namen Charis Yasmin Naomi Celina. Und ihre fünfjährige Schwester heißt seit ihrem dritten Lebensjahr Lara Letizia Tifany Alisa. Wenn man böse wäre, würde man sagen, die Eltern hätten sich noch etwas mehr Zeit zum Suchen lassen sollen. Aber ich bin ja nicht böse.

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Die SZ zum Thema.
Und auf diesem Blog kann man nachlesen, dass man sich in Skandinavien ganz offiziell lange Zeit zur Namenssuche nehmen kann. In Dänemark ganze sechs Monate und in Schweden immerhin noch drei. Dass die Familien deswegen alle therapeutische Hilfe benötigen, wie es die Behörden den Eltern in diesem Fall laut Augsburger Allgemeinen nahelegen, wage ich zu bezweifeln.
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2 Kommentare

Eingeordnet unter kinder, kurioses, news, recht

2 Antworten zu “namenlos

  1. patrickkessler

    hammer, das wird nur noch von dem tatsächlich im amerikanischen namensverzeichnis geführten männlichen (!) vornamen „container“ getoppt.

    na dann frohe namenswahl

  2. container?! aber gut, in den usa ist ja alles erlaubt. da läuft auch ein kind namens π herum. dann vielleicht doch noch lieber container, kann man ja immerhin conny abkürzen…

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