ostern

Da heute ja bekanntlich Ostersonntag ist, will ich etwas näher auf Osternamen (oder was man dafür halten könnte) eingehen. Sozusagen als kleine Aufmerksamkeit für die Christen unter uns (davon soll’s ja noch ein paar geben).

Das Pascal was mit Ostern zu tun hat, wissen sogar manche Nicht-Namensinfizierte. Genau genommen ist es die französische Form vom lateinischen Paschal(is). Und der ist ursprünglich angelehnt an das hebräische Wort passah/pessach für vorübergehen, verschonen. Sehr viele Sprachen haben den jüdischen Begriff Pessach für das Osterfest übernommen und deswegen wird Paschalis heute mit „der zum Osterfest gehörige„, „der Österliche“ übersetzt. Ein paar andere Formen des Namens sind Pascale und Pascaline (die französischen weiblichen Varianten), Pasquale und Pasqua (die italienischen Formen), sowie Pasquier (als seltene französische Nebenform).

Anastasia wäre ein anderer thematisch passender Name. Es ist die weibliche Form zum griechischen Namen Anastasios/Anastasius. Der leitet sich von anástasis ab, was so viel heißt wie Auferstehung. Eine Anastasia ist also „die Auferstandene„. Früher wurde der Name von Christen im Sinne von durch die Taufe auferstanden vergeben. Andere (Kurz-)Formen wären Nastja, Nastjenka, Nastasja, Tasja, Natalia (alle russisch), Stacia, Stacie oder Stacy (englisch), Anastasie (als französische Form) und für Jungen Anastase (ebenfalls französisch), Anastaï (eine franco-kanadische Form), Anastas (armenisch) oder der italienische Anastasio.

Und jetzt wird es etwas komplizierter. Die etymologische Herkunft des Wortes „Ostern“ ist nicht einwandfrei geklärt. Auch über den Ursprung des Festes an sich gibt es Diskussionen. Der Ostern-Artikel bei Wikipedia gibt einen recht guten und knappen Überblick dazu.

Folgt man der Ableitung vom heidnischen Frühlingsfest um die Frühlingsgöttin Eostrae, bietet sich der germanische Name der Göttin, also Ostara an. Außerdem gibt es noch deren ursprüngliche, angelsächsische Form Eastre, bzw. die neuere englische Easter.

Auch Aurora (zu lateinisch „Morgenröte„) und alle Formen bzw. bedeutungsverwandte Namen sind denkbar; zum einen ist aurora etymologisch wohl mit Eastre verwandt (*ausos wird als indogermanischer Stamm mit eben der Bedeutung Morgenröte angenommen), zum anderen fand die österliche Taufe im Mittelalter immer zur Zeit der Morgenröte statt. So wären Aure und Aurore französische Ableitungen, Zora und Zorana arabische, Awrora eine russische Schreibweise, Dennitsa ein altslawischer Name, Gwawr eine walisische Form und Roxane und ähnliche Formen persisch.

Außerdem gibt es noch die althochdeutschen Frauennamen Osterhild und Osterlind. -hild leitet sich vom althochdeutschen hiltia (für Kampf) und -lind entweder von litna (Lindenholzschild) oder eben lind/t (sanft, mild) ab. oster kommt in beiden Fällen von althochdeutsch ostar. Allerdings ist die Frage, ob dieser Stamm nun tatsächlich für Ostern bzw. Frühlingslicht steht oder doch schlicht für östlich. Osternamen wären sie wohl irgendwie in jedem Fall. Schließlich kann man den Osten, wie im Wikipediaartikel, auch als Richtung des Sonnenaufgangs, also als Symbol für die Auferstehung, sehen.

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Und hier für Interessierte noch ein Schweizer Artikel über österliche Nachnamen.
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