belgien I: zoé, wout und ayoub

Momentan werden überall die Toplisten aus 2008 veröffentlicht oder zumindest sehnsüchtig erwartet. Ich schwimme gegen den Strom und gehe noch mal ein Jahr zurück. Belgien hat nämlich (schon vor einiger Zeit) Statistiken zur Namensvergabe 2007 veröffentlicht. Wer mag, kann sie sich selbst hier herunterladen (es ist allerdings alles auf Niederländisch).

Bei der Namenswahl wird die sprachliche Spaltung Belgiens ziemlich deutlich. Wobei manche Trends durchaus landesweit verbreitet sind. So mögen alle Belgier Emma, Louise, Laura, Charlotte und Lisa sowie Noah, Thomas, Arthur, Lucas und Mathis recht gerne (alle Namen sind sowohl in Flandern als auch in Wallonien in den Top20).  Alexandre liegt in Wallonien auf Rang 17, während es in Flandern für Alexander für den 18. reicht. Flamen nennen ihre Kinder Zoë (auf Platz 18), Wallonen schreiben lieber Zoé (Platz 10). Lustig ist, dass 2007 192 flämische Kinder Amélie genannt wurden (die es damit immerhin auf Platz 16 (in Flandern) schafft), während es nur 47 französisch-sprechende Amélies gab (Platz 70 in der Wallonie).

In allen belgischen Top10 findet man überwiegend kurze Namen (das scheint ohnehin ein internationaler Trend zu sein).


So sehen die Top10* für das niederländisch-sprachige Flandern so aus:

  1. Lotte / Milan
  2. Emma / Wout
  3. Lore / Lars
  4. Julie / Daan
  5. Marie / Senne
  6. Amber / Robbe
  7. Hanne / Stan
  8. Louise / Noah
  9. Elise / Kobe
  10. Luna / Jasper

Im französischen Wallonien nennt man seine Kinder etwas anders:

  1. Léa / Nathan
  2. Clara / Lucas
  3. Emma / Noah
  4. Lucie und Manon / Hugo
  5. Théo
  6. Camille / Louis
  7. Sarah / Tom
  8. Chloé und Louise / Ethan
  9. Thomas
  10. Zoé / Arthur

Daraus ergibt sich dann folgendes Bild für Gesamt-Belgien:

  1. Emma / Nathan
  2. Louise / Lucas
  3. Sarah / Noah
  4. Marie / Louis
  5. Julie / Thomas
  6. Clara / Arthur
  7. Manon / Mohamed
  8. Charlotte / Milan
  9. Elise / Mathis
  10. Laura / Hugo

Besonders international wird es in der Hauptstadt. Brüssels Top10 sieht nämlich ganz anders aus:

  1. Lina und Sarah / Mohamed
  2. Adam
  3. Aya / Rayan
  4. Yasmine / Nathan
  5. Rania und Sara / Gabriel
  6. Amine
  7. Salma / Ayoub und Mehdi
  8. Imane
  9. Ines / Lucas
  10. Clara / Anas

Emma steht damit schon das fünfte Mal in Folge an der Spitze der belgischen Vornamenslisten. Bei den Jungen löst Nathan (2006 auf Platz 3) Noah ab.


Insgesamt gibt es immer mehr  Namen; 2007 wurden 18.194 unterschiedliche Vornamen vergeben (bei 121.006 Geburten). 2006 waren es noch 17.683 Namen für 121.382 Kinder. Und während 2007  8,4 und 9,2 Prozent mehr Jungen bzw. Mädchen geboren wurden als 2002, stieg die Anzahl an verschiedenen Vornamen im gleichen Zeitraum um 17 bzw. 20,7 Prozent. Das bedeutet, dass immer weniger Personen denselben Namen tragen. So kommen 2007 im Schnitt 6,65 Geburten auf einen Namen (2002 waren es noch 7,27).

Allerdings haben 2007 trotzdem nur 8% der Jungen und 10 % der Mädchen einen einzigartigen Namen bekommen. Zu denen und ein paar anderen seltenen Namen in Belgien schreibe ich morgen noch etwas.

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* Alle Top10-Listen findet man im oben bereits genannten Dokument. Ausführlichere Listen kann man hier herunterladen (das ist ein Direktlink).
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Eingeordnet unter kinder, statistik

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