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abwehrspieler

Heute wird die deutsche Nationalelf Kroatien schlagen von Kroatien geschlagen werden. Ich nehme das mal zum Anlass, nach den Namen der Torhütern die der Abwehrspieler zu erläutern.


Arne Friedrich hört auf eine nordische Kurzform von Namen, die mit Arn- zusammengesetzt sind. arn(e) ist ein althochdeutsches Gliedwort, das sich wohl aus dem angenommenen indogermanischen Stamm *or (für „Vogel„) über das germanische *aran („Adler“) entwickelt hat. Der Adler galt als stärkster und mächtigster Jagdvogel.

Clemens Fritz trägt den selben Nachnamen wie Arne Friedrichs Mutter. Aber das nur nebenbei. Sein Vorname ist lateinisch und leitet sich vom Adjektiv clemens („gütig, sanftmütig, mild, gnädig“) ab. Nicht der beste Name für einen Abwehrspieler, würde ich sagen. Wobei sich natürlich auch niemand wilde Schläger auf dem Platz wünscht. Dabei hätte der nächste Spieler den passenden Namen dafür.

Marcell Jansens Eltern mögen Ls. Und zwar sehr. Deswegen wollten sie ihren Sohn nicht mit nur einem mickrigen L abspeisen, sondern ihm gleich zwei davon fürs Leben mitgeben. Oder so. Ich gehe jedenfalls der Einfachheit halber davon aus, dass sie Marcell als Schreibvariante zu Marcel verstehen. Das wäre eine französische Form vom lateinischen Marcellus, was höchstwahrscheinlich eine Weiterbildung zu Marcus war. Marcus leitet sich vom lateinischen marticos ab und sollte wahrscheinlich die Zugehörigkeit zu Mars, dem römischen Kriegsgott, ausdrücken. Oft wurden im März geborene Söhne Marcus genannt (Jansen ist im November geboren).

(Um Marcells Eltern nicht Unrecht zu tun, möchte ich noch erwähnen, dass zumindest Vasseur die Schreibweise Marcell in „Goldmanns großes Vornamenbuch“ durchaus nennt, sogar als „Hauptform“ im deutschsprachigen Raum. Mir gefällt’s nicht.)

Philipp Lahm hat einen griechischen Vornamen. Dessen ursprüngliche Form Philippos setzt sich aus philos („Freund“) und hippos („Pferd“) zusammen. Das ergibt dann einen „Pferdefreund„. Fußballtechnisch irrelevant, würde ich sagen.

Per Mertesacker schreibt sich auch eher ungewöhnlich. Per ist allerdings eigentlich eine ziemlich geläufige skandinavische (wohl vor allem schwedische) Kurzform von Peter. Der hat sich aus dem lateinischen Petrus entwickelt. Petrus war eine Latinisierung von Petros („Stein, Fels“), der griechischen Übersetzung für den aramäischen Beinamen Kephas (für „Stein“) des Apostels Petrus (eigentlich Simon). Fels ist doch mal eine schöne Namensbedeutung für einen Abwehrspieler.

Christoph Metzelder trägt (offensichtlich) einen nicht weniger christlichen Namen. Die griechische Grundform Christophorus setzt sich aus christos (für „Christus“) und phoros („tragend„, aus dem Verb pherein, „tragen“) zusammen. Laut Vasseur bezeichnete der Name ursprünglich einen „der Christus (im Herzen) trägt“, also einen „echten Christen“. Später wurde der Name dann umgedeutet zu der mehr wörtlichen Bedeutung „Christusträger„.

Zum Abschluss noch Heiko Westermann. Sein Name ist eine niederdeutsch-friesische Kurzform von Heinrich. Der ging entweder aus Heimerich (eine althochdeutsche Zusammensetzung aus heim („daheim, Heim„) und rihhi („reich, mächtig„) oder aus älteren Zusammensetzungen mit hagen-/hagen- („Einhegung, umhegter Wohnplatz„) hervor. Außerdem könnte Heiko auch eine friesische Form zu Namen, die mit heil (althochdeutsch für „heil, gesund„) gebildet werden, sein.

Und das waren dann auch genug Namen für heute. Ab jetzt gilt es nur noch zu hoffen, dass die deutschen Abwehrspieler, ganz egal wie sie heißen, möglichst viele kroatischen Tore verhindern. (Nachtrag 19:55: Manchmal bringen Hoffnungen ziemlich wenig…)

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torhüter

Was ist manchmal fast noch interessanter als große Fußballturniere? Genau, das können nur Vornamen sein.

Warum also nicht zum wiederholten Male diese beiden schönen Themen verbinden? Gut, eventuell wäre es ein Argument, dass ein Haufen gähnend-langweiliger Artikel über noch langweiligere Klausurthemen gelesen werden will. Aber darüber sehe ich einfach mal hinweg. Ist ja nicht jeden Tag Fußball-EM.


Heute gibt es deswegen einen Beitrag zu den Vornamen unserer Torhüter. Die heißen bekanntlich René Adler, Robert Enke und Jens Lehmann.

René ist die französische Form des lateinischen Renatus. Der leitet sich von der Vergangenheitsform des lateinischen Verbs renasci für „wiedergeboren“ ab. Ein René ist also „der Wiedergeborene“ (wäre also auch was für den Osterbeitrag gewesen). Der Name wurde oft im christlichen Sinne vergeben und gedeutet; „durch die Taufe neugeboren“. Kann man das jetzt irgendwie auf René Alder übertragen? Irgendein Omen für das Turnier daraus basteln? Geht bestimmt, mir fällt aber nichts ein.

Deswegen schnell weiter zu Robert. Das ist eine seit dem Mittelalter vor allem im niederdeutschen Sprachgebiet und in Nordfrankreich (später auch in England) verbreitete Nebenform zu Rodebert oder Rodebrecht. Das sind germanische Namen die sich aus dem althochdeutschen Gliedwörtern hruod („Ruhm“) und beraht („glänzend“) zusammensetzen. Robert ist folglich „durch seinen Ruhm berühmt“, „der Ruhmesglänzende“. Das stimmt uns doch schon gleich wieder hoffnungsvoller als so eine schnöde Wiedergeburt.

Auch Jens hat eine durchaus nicht demotivierende Bedeutung. Ist es doch die dänische und niederdeutsche Kurzform des lateinisch/ griechischen Johannes. Der geht auf den hebräischen Jejohanan, einer Zusammensetzung aus jeho(wa) („Gott“) und hanan („gnädig sein“), zurück. Man bittet also darum, dass Jahwe dem Namensträger gnädig sei. Oder stellt einfach fest, dass Jahwe gnädig ist.

Und weil er in seiner Abwesenheit ja fast anwesender ist als Adler und Enke zusammen, kurz vorm Ende noch ein Blick auf Timo. Das ist entweder eine Kurzform vom griechischen Timotheus („Gott ehrend“) oder eine Nebenform zu Thiemo, Thieme. Das sind germanische Ableitungen zu Zusammensetzungen mit diet (althochdeutsch für „Volk, Menschen“), daraus wohl vor allem zu Dietmar (mit mar für „berühmt“).

Hoffen wir also, dass der Fußballgott Jens‘ Namen Ehre macht und Deutschland gleich gnädig ist. Bei Lehmanns derzeitiger Form scheint das nötig.

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fußballer II

Und nochmal kurz zum Fußball. Bitte einfach überlesen, wer damit nichts anfangen kann.

Diesmal geht’s um die Top10 der Bundesliga aus der Saison 2007/2008 (das heißt, um die häufigsten Namen unter 499 Spielern). Die Daten sind aus dem Kicker Sonderheft zur Saison, und dürften deswegen streckenweise etwas veraltet sein. Die Saison ist ja fast schon wieder zu Ende. Für einen Blick auf die Trends reicht es aber; so viele Wechsel gab es ja nun auch nicht.

Ich habe bei Doppelnamen (auch solchen mit Bindestrich) immer nur den ersten Namen gezählt. Schreibvarianten wurden wie verschiedene Namen gezählt (es gibt beispielsweise noch einen Kristian, einen Stephan, einen Aleksandar…).

1. Christian (17)
2. Michael (13)
3. Markus (11)
4. Stefan (10)
5. Alexander (9)
Daniel (9)
7. Sebastian (8 )
8. Jan (7)
9. Andreas (6)
Martin (6)

Andere Namen, die mir aufgefallen sind; Amadeus, Amaury, Dario Octavio, Fin, Heinrich (1985 geboren) und Stiven. Kevin-Prince (immerhin besser als Prince-Kevin) ist ja bekannt.

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promis

Heute will ich mich dann auch mal an zwei verspätete Promi-News machen;

Jennifer Lynn Lopez und Marc Anthony (eigentlich Marco Antonio Muñiz) sind seit dem 22. Februar Eltern von Zwillingen. Die beiden heißen Emme Maribel und Maximilian David. Der offizielle Familienname ist Muñiz. Rufnamen sind Emme ([emi] gesprochen) und Max. Maribel wurde als Erinnerung an Marcs Schwester gewählt und David ist der Name von Jennifers Vater.

(Die englische) Emme ist wohl eine Schreibvariante zu Emmy. Das ist eine Verkleinerungsform von Emma oder Emily. Emma wiederum ist eine Kurzform von Namen, die mit Erm- beginnen; einer lautlichen Variante zu irm-, vom althochdeutschen irmin für „allumfassend, mächtig, groß„. Emily kann die englische Form von Emilia sein, der weiblichen Form von Aemilius (wovon sich zB auch Emil ableitet). Aemilius war ein römischer Geschlechtername und leitet sich entweder von lateinisch aemulus (für „eifrig„), dem griechischen (h)aimulos („freundlich„) oder (laut Goldmann) von einem etruskischen Namen mit der Bedeutung „Bronzegießer“ ab. Eine andere Ableitung für Emily wäre die von Amalia. Amalia wiederum ist eine Kurzform von germanischen Namen, die mit Amal-beginnen. Die Amaler waren ein ostgotisches Königsgeschlecht, die Herkunft von amal ist allerdings ebenfalls nicht sicher geklärt. Denkbar ist die angenommene germanische Übersetzung, etwa „Anstrengung, Emsigkeit, Bemühen, Eifer„.

Maribel macht es uns zum Glück zumindest etwas leichter. Es ist eine spanische Zusammensetzung aus Maria und Isabel. Maria ist die lateinisch-griechische Form der aramäisch-hebräischen Mirjam (was vielleicht „die Ungezähmte, die Widerspenstige“ oder „Bitterkeit, Verbitterung“ bedeutet. Die Herkunft des Namens ist aber sehr umstritten.). Isabel ist die spanische Form zu Elisabeth. Das ist die griechische Form des hebräischen elisheba („Gott ist mein Eid„, oder (wahrscheinlicher) „Gott ist ‚Sieben‘“ (Sieben steht dann für Vollkommenheit, Fülle)).

Maximilian(us) ist eine Variante (durch Dissimilation von n zu l entstandene) zu Maximinianus, einer Erweiterung vom lateinischen Namen Maximus. Maximus ist der Superlativ von Magnus („groß„). Also ist Maximilian „der Größte„.

Und David ist schließlich ein hebräischer Name, der meistens mit „Liebling, Geliebter“ übersetzt wird.

Marc Anthony hat aus früheren Beziehungen übrigens bereits drei Kinder; Arianna, Cristian Anthony und Ryan Anthony.

• Und die Tochter von Halle Maria Berry und Gabriel Aubry kam am 16. März zur Welt. Sie trägt den Namen Nahla Ariela Aubry. Für den Namen konnten die Eltern sich erst kurz vor Verlassen des Krankenhauses entscheiden; sie fanden es sehr schwer, der wichtigsten Person in ihrem Leben einen Namen zu geben, ohne sie gesehen zu haben.

Nahla ist ein arabischer Name und bedeutet wohl soviel wie „ein Schluck Wasser„. Ein gewisser Michael D. Cooperson, Professor für Arabisch in Los Angeles, übersetzt Nahla allerdings mit „Honigbiene„. Ariela ist eine weibliche Form vom hebräischen Ariel („Gottes Löwe„).

Viele assoziieren die Namen wohl mit Disney; Nala (Swahili für „Geschenk„) ist ein kleines Löwenmädchen im König der Löwen und Arielle natürlich die bekannte Meerjungfrau. Ich habe keine Ahnung, ob diese Nähe beabsichtigt war.

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ostern

Da heute ja bekanntlich Ostersonntag ist, will ich etwas näher auf Osternamen (oder was man dafür halten könnte) eingehen. Sozusagen als kleine Aufmerksamkeit für die Christen unter uns (davon soll’s ja noch ein paar geben).

Das Pascal was mit Ostern zu tun hat, wissen sogar manche Nicht-Namensinfizierte. Genau genommen ist es die französische Form vom lateinischen Paschal(is). Und der ist ursprünglich angelehnt an das hebräische Wort passah/pessach für vorübergehen, verschonen. Sehr viele Sprachen haben den jüdischen Begriff Pessach für das Osterfest übernommen und deswegen wird Paschalis heute mit „der zum Osterfest gehörige„, „der Österliche“ übersetzt. Ein paar andere Formen des Namens sind Pascale und Pascaline (die französischen weiblichen Varianten), Pasquale und Pasqua (die italienischen Formen), sowie Pasquier (als seltene französische Nebenform).

Anastasia wäre ein anderer thematisch passender Name. Es ist die weibliche Form zum griechischen Namen Anastasios/Anastasius. Der leitet sich von anástasis ab, was so viel heißt wie Auferstehung. Eine Anastasia ist also „die Auferstandene„. Früher wurde der Name von Christen im Sinne von durch die Taufe auferstanden vergeben. Andere (Kurz-)Formen wären Nastja, Nastjenka, Nastasja, Tasja, Natalia (alle russisch), Stacia, Stacie oder Stacy (englisch), Anastasie (als französische Form) und für Jungen Anastase (ebenfalls französisch), Anastaï (eine franco-kanadische Form), Anastas (armenisch) oder der italienische Anastasio.

Und jetzt wird es etwas komplizierter. Die etymologische Herkunft des Wortes „Ostern“ ist nicht einwandfrei geklärt. Auch über den Ursprung des Festes an sich gibt es Diskussionen. Der Ostern-Artikel bei Wikipedia gibt einen recht guten und knappen Überblick dazu.

Folgt man der Ableitung vom heidnischen Frühlingsfest um die Frühlingsgöttin Eostrae, bietet sich der germanische Name der Göttin, also Ostara an. Außerdem gibt es noch deren ursprüngliche, angelsächsische Form Eastre, bzw. die neuere englische Easter.

Auch Aurora (zu lateinisch „Morgenröte„) und alle Formen bzw. bedeutungsverwandte Namen sind denkbar; zum einen ist aurora etymologisch wohl mit Eastre verwandt (*ausos wird als indogermanischer Stamm mit eben der Bedeutung Morgenröte angenommen), zum anderen fand die österliche Taufe im Mittelalter immer zur Zeit der Morgenröte statt. So wären Aure und Aurore französische Ableitungen, Zora und Zorana arabische, Awrora eine russische Schreibweise, Dennitsa ein altslawischer Name, Gwawr eine walisische Form und Roxane und ähnliche Formen persisch.

Außerdem gibt es noch die althochdeutschen Frauennamen Osterhild und Osterlind. -hild leitet sich vom althochdeutschen hiltia (für Kampf) und -lind entweder von litna (Lindenholzschild) oder eben lind/t (sanft, mild) ab. oster kommt in beiden Fällen von althochdeutsch ostar. Allerdings ist die Frage, ob dieser Stamm nun tatsächlich für Ostern bzw. Frühlingslicht steht oder doch schlicht für östlich. Osternamen wären sie wohl irgendwie in jedem Fall. Schließlich kann man den Osten, wie im Wikipediaartikel, auch als Richtung des Sonnenaufgangs, also als Symbol für die Auferstehung, sehen.

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Und hier für Interessierte noch ein Schweizer Artikel über österliche Nachnamen.

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fußballer

Der deutsche Durchschnitts-Fußballnationalspieler heißt Hans Müller. Das sagt zumindest die Statistik.

Ich habe mir mal die Namen aller Nationalspieler des DFB (das heißt, es geht um 857 Spieler, die alle zwischen 1908 und Februar 2008 mindestens ein Länderspiel für Deutschland bestritten haben) angeschaut, und das kam dabei raus:

1. Hans (47)
2. Karl (31)
3. Josef (25)
4. Willi (21)
5. Fritz (20)
6. Paul (19)
7. Ernst (18 )
Otto (18 )
9. Georg (17)
Walter (17)
11. Franz (16)
12. Heinz (15)
Ludwig (15)
Rudolf (15)
15. Erich (14)
16. Bernd (13)
Helmut (13)
Thomas (13)
19. Herbert (12)
20. Alfred (11)
Wolfgang (11)
22. Andreas (10)
Christian (10)
Kurt (10)
Michael (10)
Wilhelm (10)
Willy (10)
28. Heinrich (9)
Hermann (9)
Klaus (9)
Richard (9)
32. Dieter (8 )
Horst (8 )
Jürgen (8 )
Werner (8 )
36. Albert (7)
Erwin (7)
Günter (7)
Manfred (7)
Max (7)
Robert (7)
Stefan (7)
43. Frank (6)
Matthias (6)
Peter (6)
46. Adolf (5)
Emil (5)
Karl-Heinz (5)
Lothar (5)
Theo (5)
Ulrich (5)
Uwe (5)

Bei den Nachnamen führt Müller (acht Spieler) vor Schulz (sieben). Es folgen Schmidt, Schneider und Weber (je fünfmal).

Für die DDR spielten zwischen 1952 und 1990 273 Spieler. Dementsprechend sieht auch die Statistik etwas anders aus;

1. Jürgen (10)
2. Wolfgang (9)
3. Frank (8 )
Günter (8 )
Werner (8 )
6. Dieter (7)
Horst (7)
Rainer (7)
9. Andreas (6)
Matthias (6)
11. Bernd (5)
Gerhard (5)
Harald (5)
Klaus (5)
Lothar (5)
Ralf (5)
17. Hans-Jürgen (4)
Heiko (4)
Heinz (4)
Karl-Heinz (4)
Manfred (4)
Martin (4)
Michael (4)
Peter (4)
Siegfried (4)
26. Dirk (3)
Erhard (3)
Gerd (3)
Gert (3)
Hans (3)
Helmut (3)
Herbert (3)
Jens (3)
Joachim (3)
Jörg (3)
Konrad (3)
Reinhard (3)
Steffen (3)
Uwe (3)

Auch hier führt Müller die Familiennamenrangliste (mit sieben Spielern) an. Alle anderen Namen kommen höchstens zweimal vor.

Aufgefallen sind mir außerdem noch Adalbert, Albin, Elwin, Hilmar und Bringfried. Und einen Knut gab es auch.

Tatsächlich hat es laut Kicker-Daten übrigens nie einen Nationalspieler namens Hans Müller gegeben. Hansi Müller ist aber zumindest recht nah dran.

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Auflistung der Nationalspieler in „100 Jahre Deutsche Länderspiele“, Kicker Edition

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dmitrij und vladimir

Nach den USA noch schnell ein Blick rüber nach Russland. Dort wurde bekanntlich vor kurzem ein neuer Präsident …äähm… gewählt; Dmitrij Medvedev wird also Anfang Mai Vladimir Putin ablösen (Überraschung!). Und das ist doch eine schöne Gelegenheit, sich die Vornamen der beiden mal ein bisschen genauer anzuschauen.

Dabei werde ich diesmal allerdings die vielen möglichen und unmöglichen Schreibvarianten der beiden Namen (besonders des neuen Präsidenten) ignorieren und mich an die wissenschaftliche Transliteration halten. Die ist zumindest konsequent. Wer mehr zum Thema wissen möchte, kann diesen schönen Artikel der SZ lesen.

Fangen wir mit dem alten Präsidenten bzw. seinem Namen an. Vladimir ist eine altkirchenslawische und in Russland sehr verbreitete Form des altrussischen Wolodiměr. Und dieser ist eine Anpassung an den germanischen Waldemar (was man klanglich ja durchaus noch ahnen kann). Waldemar setzt sich aus den althochdeutschen Stämmen walt/wald (für herrschen) und mar/mari (für berühmt, glänzend) zusammen. Frei übersetzt sagt der Name also soviel wie „der durch Herrschen berühmte“. In Russland wurden die Namensbestandteile allerdings umgedeutet. Der erste Stamm behielt dabei seine ursprüngliche Bedeutung; das kirchenslawische vladi bzw. das slawische vlast bedeutet soviel wie Macht, Herrschaft, beherrschen. Der zweite Stamm aber wurde an russisch mir, also Friede oder Welt, angelehnt. Man wäre also wahlweise beim „Weltbeherrscher“ oder beim „Frieden durch Herrschen“.

Putins Nachfolger trägt einen weniger mächtigen Vornamen. Aber das muss ja nicht unbedingt viel bedeuten. Dmitrij ist jedenfalls eine russische Form zu Demetrius. Und das ist die latinisierte Variante vom griechischen Demetrios, was soviel sagen will wie „(der Göttin) Demeter geweiht“. (Demeter ist die griechische Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus. Wörtlich übersetzt steht ihr Name für „Mutter Erde“.)

Beide, der scheidende wie der designierte Präsident, tragen übrigens in ihrer Heimat sehr beliebte Namen. So war Vladimir mindestens in den 60ern auf den vorderen drei Plätzen der meistvergebenen Jungennamen zu finden. Und Dmitrij war hier noch Anfang des Jahrtausends auf Platz zwei.

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