Archiv der Kategorie: laien-onomastik

für stolze iren

grün

Patrick ist die englische Form von Patricius. Der ist lateinisch für ‚edel, patrizisch, Patrizier‚. (Patrick Hanks und Flavia Hodges weisen in ‚A concise dictionary of First Names‘ allerdings darauf hin, dass Patricius möglicherweise seinerseits wieder auf einen unbekannten keltischen Namen zurückgeht.)

Andere Varianten des Namens sind Patrizius, Patrizio (italienisch), Pádraig/ Padraic (irisch-gälisch), Patrik, Patric (romanisch), Patrico (italienisch), Patrice (französisch und englisch), sowie die Kurzform davon (Paris) und Patricia bzw. Patrizia.

Paddy, Pat, Paddeltje, Patty, Pattie, Patti, Patsy, Tricia, Trisha und Patia sind einige der zahlreichen Kurz- und Koseformen.

Wer mag, kann an St. Patrick’s Day aber auch einfach „grüne Namen“ vergeben. Drüben bei You Can’t Call It „It“! gibt es eine schöne Auflistung dazu.

Und wer sich für wirklich irische Namen interessiert, dem empfehle ich die sehr schöne Seite www.babynamesofireland.com. Da kann man sich sogar die richtige Aussprache der meisten Namen anhören.

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sonore maoams – namenstrends in deutschland

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet heute über Studien von Damaris Nübling, Professorin für Historische Sprachwissenschaft des Deutschen an der Universität Mainz. Die Studien erhärten Theorien, die besagen, dass Jungen- und Mädchennamen sich lautlich immer mehr angleichen – die Rufnamen also mit der Zeit androgyner werden.

Nübling untersuchte die häufigsten vergebenen Vornamen von 1945 bis 2008. Dabei hat sie verschiedene Trends feststellen können;

  • Der Anteil weicher Konsonanten (wie l, m, n und j) und Vokale stieg vor allem in den siebziger und neunziger Jahren stark an. (So klingt Tim (2008 in den Top10) weicher als Stefan (1975), und der wiederum weicher als Günther (1945). Außerdem stehen weiche Konsonanten nicht mehr so oft neben anderen Konsonanten (wie in Elke), sondern können auch zwischen (Julian) oder vor Vokalen (Leah) vorkommen und sich dadurch „lautlich freier entfalten“. Gleichzeitig werden die Namen kürzer und so „ballt sich maximale Sonorität auf einem minimalen Namenskörper„.
  • Auch Hiaten (zwei aufeinander folgende Vollvokale, die verschiedenen Silben angehören) werden bei beiden Geschlechtern immer häufiger. 1945 gab es nur zwei beliebte Vornamen mit Hiaten (Marion und Michael), in den Siebzigern nahm der Anteil schon stark zu (vor allem aufgrund der vielen Namen auf -ian (Christian, Florian, Maximilian). Heute sind zum Beispiel Noah, Elias, Lea(h) und Sophia zu nennen. Frau Nübling bezeichnet diesen Trend als Maoam-Effekt.
  • Außerdem nehmen Konsonantencluster (wie in Brigitte)  immer mehr ab. Heute findet man sie nur noch bei Charlotte und Niklas.

Diese „Theorie der feminisierten Jungennamen“ würde, so der Autor weiter, endlich erklären, warum die vergebenen Namen immer wohlklingender (euphonischer) werden.

Der Artikel sieht diese Trends in den Neuzugängen der aktuellen GfdS-Top10 bestätigt; Mia und Tim sind extrem kurz, haben helle Vokale, weiche Konsonanten und in Mia versteckt sich sogar ein Hiat.

Und so kann Damaris Nübling abschließend feststellen;

Noch nie seit 1945 waren sich die Rufnamen beider Geschlechter strukturell so ähnlich wie heute.

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Nachzulesen ist der gesamte Artikel hier.

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glücksnamen für freitag den 13.

glück4

Felix, Felizian, Felician(us), Felizius, Felice, Feliks, Félix, Felicia, Felizia, Félicie (lateinisch; glücklich, glückbringend)

Felicitas, Felizitas, Felicity (lateinisch; Glück)

Fortuna (lateinisch; Glück)

Fortunatus, Fortunat, Fortunata (lateinisch; beglückt, glücklich)

Faustus, Fausto, Faustinus, Fausta, Faustina (lateinisch; beglückend, glückbringend)

Prosperus, Prosper (lateinisch; Glück)

Beate, Beata, Bea, Beatrix, Beatrice, Béatrice, Beatus, Beat(h), Beato (lateinisch; glücklich)

Eutychus, Eutychius, Eutychia, Tyche, Tycho, Tychicus (griechisch; der/die Glückliche)

Macarius, Macaria (griechisch; glücklich)

Onni, Onne, Onnea, Onnia (finnisch; Glück)

Lykke, Lykka (schwedisch; Glück)

Gwyneth (walisisch; gesegnet, glücklich)

Uğur (türkisch; Glück)

Gad (hebräisch; Glück)

Gaddi (hebräisch; mein Glück (ist Jahwe))

Gadiel, Gaddiel (hebräisch; Gott ist mein Glück)

Ascher, Asser, Aser, Asher (hebräisch; der Glückliche)

Kamran (persisch; glücklich)

Ayman (arabisch; glücklich)

Masud, Masudi, Musad, Masuda (arabisch; glücklich)

Said, Sadi (arabisch; glücklich)

Iqbal (arabisch; Glück)

Bashar (arabisch; Glück)

Tawfiq, Taoufiq (arabisch; glücklich)

Anand, Ananda (indisch/ Sanskrit; Glück)

Fatmir, Fatmire (albanisch; glücklich)

Fatlum (albanisch; glücklich)

Fatjon, Fation, Fatjona (albanisch; unser Glück)

Keiko (japanisch; glückliches Kind)

Sachiko (japanisch; Kind des Glücks)

Sadako (japanisch; glücklich, glückverheißend)

Ligaya (philippinisch/Tagalog; das Glück)

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achtlinge (update)

strichmännchen

Heute scheinen die Namen aus dem schon gestern verlinkten Artikel mehr oder weniger bestätigt zu werden. Zumindest nannte Mike Furtney, der Sprecher von Nadya Suleman, die am 26. Januar in Kalifornien Achtlinge zur Welt brachte, ähnliche Namen.

Demnach heißen die acht Kinder höchstwahrscheinlich:

Noah Angel

Jonah Angel

Jeremiah Angel

Josiah Angel

Isaiah Angel

Makai Angel (also nicht McCai, womit er auch gleich nicht mehr so sehr aus der Reihe tanzt)

Maliah Angel

Nariah Angel

Die 6 älteren Geschwister sind zwischen zwei und sieben Jahre alt und heißen;

Elijah Makai

Amerah Yasmeen

Joshua Jacob („JJ„)

Aiden (ohne Zweitname)

Calyssa Arielle

Caleb Kai

Calyssa und Caleb sind Zwillinge.

Alle Kinder haben den Nachnamen ihres Vaters, Solomon.

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass alle Achtlinge den gleichen Zweitnamen bekommen haben. Ich hätte dahinter eine Ehrung der Großmutter Angela vermutet. Aber tatsächlich heißen sie wohl so, weil ihre Mutter in ihnen kleine Engel sieht. Das sagt zumindest ihr Sprecher;

[Suleman] sees them as angels.

Nur warum Makai Angel mit Erstnamen so heißt, wie sein ältester Bruder mit Zweitnamen, weiß man nicht so genau. Bei 14 Kindern ist es allerdings recht verständlich, dass einem irgendwann die Namen ausgehen.

Die religiöse Nadya Suleman hat sich sehr bewusst für biblische Namen entschieden;

She’s a very religious person, and she loves the sound of biblical names, and hopes that will give her kids a good solid foundation in the faith.

Bei manchen Namen scheint sie allerdings zu sehr auf den biblischen Klang geachtet zu haben – in der Bibel tauchen sie, zumindest in dieser Form, gar nicht auf. Babynames.com-Gründerin Jennifer Moss nennt die Geschwisterkombination dann auch passender Weise pseudo-biblisch.

Noah allerdings ist natürlich biblisch. Das hebräische noach steht für ‚Ruhe und Trost‘.

Auch Jonah ist biblisch und hebräisch und bedeutet ‚Taube‘.

Jeremiah leitet sich vom hebräischen jirmejahu (‚Jahwe erhöht/möge erhöhen‘) ab und ist der Name eines Propheten im Alten Testament.

Josiah kommt vom hebräischen joschijahu (‚Jahwe heilt‘). Wie man auf die Ableitung von Joseph kommt (wie im verlinkten Artikel erwähnt), ist mir nicht ganz klar. Josia(h) war ein (in der Bibel erwähnter) jüdischer König.

Isaiah ist die englische Form von Jesaja, dem Namen des biblischen Propheten, und bedeutet auf Hebräisch soviel wie ‚Gott ist Hilfe/Errettung‘.

Elijah ist ebenfalls der Name eines Propheten. Das hebräische elijah sagt schlicht ‚(mein)  Gott ist Jahwe‘.

Makai ist schwer zuzuordnen. Jennifer Moss vermutet eine Ableitung von Michael (hebräisch; ‚Wer ist wie Gott?‘). Der ähnliche Micaiah/Micajah (hebräisch; ‚Wer ist wie Jahwe?‘) hätte ein Stück besser gepasst.

Maliah erinnert mich stark an Malia, die ältere Tochter Obamas; Malia ist die hawaiianische Maria. Wobei mir auch schon eine andere Ableitung begegnet ist, die ich jetzt leider nicht wiederfinde. Eventuell wird die noch nachgereicht. Es gäbe auch noch den biblischen Mahalalel (‚Gottes Lob‘) oder Mahalia, die englische Form von Mahala (Hebräisch für ‚Zärtlichkeit‘).

Auch Nariah scheint selbst ausgedacht zu sein. In der Bibel taucht allerdings ein Neria(h) (Hebräisch für ‚Mein Licht ist Jahwe‘) auf, vielleicht wurde der Name dadurch inspiriert.

Amerah sieht nach einer kreahtiwen (oder amerikanischen) Schreibweise von Amira aus. Das wäre ein arabischer Name (‚Prinzessin, Führerin‘ oder ‚wohlhabend‘). Es gibt allerdings auch eine hebräische Ableitung, dann bedeutet Amira ‚Sprache, Worte‘.

Yasmeen ist offensichtlich eine der zahlreichen Jasmin-Schreibweisen. Der Name leitet sich vom gleichnamigen Zierstrauch ab und wurde aus dem arabischen bzw. persisch-sprachigen Raum übernommen.

Joshua ist der englische Josua (Hebräisch für ‚Jahwe ist Hilfe‘).

Auch Jacob ist ein in der biblischer Name hebräischen Ursprungs. Seine Bedeutung ist allerdings nicht so eindeutig fest zu stellen. Meistens wird er mit ‚er betrügt‘ oder ‚Fersenhalter‘ (vom hebräischen hakeb) übersetzt. Möglich wäre aber auch die Ableitung von hakub (‚Steinhuhn‘) oder die Übersetzung ‚[Gott] möge beschützen/ schützt‘.

Aiden, der wohl langweiligste Name in dieser Auswahl, ist eine doofe Schreibweise von Aidan, seinerseits eine anglisierte Schreibweise vom gälischen Áedán, einer Verkleinerung zu Áed/Aodh (‚Feuer, Flamme‘).

Calyssa kann ich wieder nicht einordnen, könnte auch eine Eigenkreation sein. Vielleicht angelehnt an Cal(l)ista (Griechisch für ‚die Schönste‘), Calypso (der griechischen Meeresnymphe) und/oder Alyssa (einer sehr amerikanischen Variante von Alice/Alicia, der französischen Adelheid (vom althochdeutschen adal, ‚edel‘ und *haidu, ‚Gestalt‘).

Arielle (die hier schon mal erwähnt wurde) ist eine etwas weiblichere Schreibweise von Ariel, dem hebräischen ‚Löwen Gottes‘.

Caleb leitet sich vom hebräischen Wort für ‚Hund‘ ab und taucht auch in der Bibel auf.

Für Kai wiederum gibt es viele Ableitungsmöglichkeiten; Es gibt einen hawaiianischen Kai (dann wäre ‚Meer, Meerwasser‘ die richtige Übersetzung). Er kann aber auch eine Abkürzung vom lateinischen Cajus/Gaius sein (der sich eventuell aus gaudere -‚freuen‘- ableitet.). Kai kann auch eine friesische Koseform für Gerhard (eine althochdeutsche Zusammensetzung aus ‚Speer‘ und ‚hart, kräftig, stark‘), Cornelius (vielleicht  abgeleitet vom lateinischen cornu für ‚Horn‘) oder Nikolaus (Griechisch für ‚Sieg‘ und ‚Volk‘) sein. Als Mädchenname ist Kai eine schwedische Koseform von Katharina (Griechisch für ‚die Reine‘).

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Bei You Can’t Call it „It“! gab es auch einen Beitrag zun den Achtlingen.

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zohra dati

Frankreichs Justizministerin Rachida Dati hat am Freitag das wohl erste Promi-Baby des Jahres zur Welt gebracht. Den Namen des Vaters hat sie zwar noch immer nicht verraten, aber dafür kennt man nun wohl den des Kindes; Zohra.

In der Schreibweise Zora ist uns der schon mal im Oster-Posting begegnet, als arabische Form von Aurora („Morgenröte“). In  Slowenien, Serbien und Kroatien ist der Name auch verbreitet.

Außerdem ist Zohra anscheinend der arabische Name der Venus (also des Planeten).

Manche Quellen nennen für Zohra auch die Bedeutung „Blume“ und „blühen“; „leuchten“ und „Schönheit“, oder schlicht „strahlende Schönheit“. Allerdings vermute ich eher, dass das aufgrund von Verwechslungen mit Zahra geschieht. Das ist ein arabischer Name der tatsächlich mit „Schönheit“ und „Leuchten“, „Scheinen“ übersetzt wird. Und Zahr und Zahrah wären arabische Namen die unter anderem „Blume“ bedeuten. Da ich aber leider über keinerlei Arabischkenntnisse verfüge und die Transkription vom arabischen ins lateinische Alphabet auch nicht gerade zur Eindeutigkeit beiträgt, sind das eher haltlose Mutmaßungen. Vielleicht sind Zahra, Zohra und Co. auch tatsächlich alles Ableitungen voneinander. Die Ähnlichkeit ist schließlich nicht zu leugnen. Und zur Morgenröte passen leuchten, blühen und Schönheit ja auch durchaus.

Auf alle Fälle ist Zohra, als Morgenröte gedeutet, ein prima Name für ein Neujahrs- bzw. Jahresbeginnkind.* Wäre interessant zu wissen, ob er mit Absicht gewählt wurde.

Edit: Der Name Zohra ist wohl eine Ehrung der Mutter Rachidas, die heißt nämlich Fatim-Zohra.

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*Im Nameberry-Blog taucht Zora sogar in der Liste der Neujahrsnamen auf.

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abwehrspieler

Heute wird die deutsche Nationalelf Kroatien schlagen von Kroatien geschlagen werden. Ich nehme das mal zum Anlass, nach den Namen der Torhütern die der Abwehrspieler zu erläutern.


Arne Friedrich hört auf eine nordische Kurzform von Namen, die mit Arn- zusammengesetzt sind. arn(e) ist ein althochdeutsches Gliedwort, das sich wohl aus dem angenommenen indogermanischen Stamm *or (für „Vogel„) über das germanische *aran („Adler“) entwickelt hat. Der Adler galt als stärkster und mächtigster Jagdvogel.

Clemens Fritz trägt den selben Nachnamen wie Arne Friedrichs Mutter. Aber das nur nebenbei. Sein Vorname ist lateinisch und leitet sich vom Adjektiv clemens („gütig, sanftmütig, mild, gnädig“) ab. Nicht der beste Name für einen Abwehrspieler, würde ich sagen. Wobei sich natürlich auch niemand wilde Schläger auf dem Platz wünscht. Dabei hätte der nächste Spieler den passenden Namen dafür.

Marcell Jansens Eltern mögen Ls. Und zwar sehr. Deswegen wollten sie ihren Sohn nicht mit nur einem mickrigen L abspeisen, sondern ihm gleich zwei davon fürs Leben mitgeben. Oder so. Ich gehe jedenfalls der Einfachheit halber davon aus, dass sie Marcell als Schreibvariante zu Marcel verstehen. Das wäre eine französische Form vom lateinischen Marcellus, was höchstwahrscheinlich eine Weiterbildung zu Marcus war. Marcus leitet sich vom lateinischen marticos ab und sollte wahrscheinlich die Zugehörigkeit zu Mars, dem römischen Kriegsgott, ausdrücken. Oft wurden im März geborene Söhne Marcus genannt (Jansen ist im November geboren).

(Um Marcells Eltern nicht Unrecht zu tun, möchte ich noch erwähnen, dass zumindest Vasseur die Schreibweise Marcell in „Goldmanns großes Vornamenbuch“ durchaus nennt, sogar als „Hauptform“ im deutschsprachigen Raum. Mir gefällt’s nicht.)

Philipp Lahm hat einen griechischen Vornamen. Dessen ursprüngliche Form Philippos setzt sich aus philos („Freund“) und hippos („Pferd“) zusammen. Das ergibt dann einen „Pferdefreund„. Fußballtechnisch irrelevant, würde ich sagen.

Per Mertesacker schreibt sich auch eher ungewöhnlich. Per ist allerdings eigentlich eine ziemlich geläufige skandinavische (wohl vor allem schwedische) Kurzform von Peter. Der hat sich aus dem lateinischen Petrus entwickelt. Petrus war eine Latinisierung von Petros („Stein, Fels“), der griechischen Übersetzung für den aramäischen Beinamen Kephas (für „Stein“) des Apostels Petrus (eigentlich Simon). Fels ist doch mal eine schöne Namensbedeutung für einen Abwehrspieler.

Christoph Metzelder trägt (offensichtlich) einen nicht weniger christlichen Namen. Die griechische Grundform Christophorus setzt sich aus christos (für „Christus“) und phoros („tragend„, aus dem Verb pherein, „tragen“) zusammen. Laut Vasseur bezeichnete der Name ursprünglich einen „der Christus (im Herzen) trägt“, also einen „echten Christen“. Später wurde der Name dann umgedeutet zu der mehr wörtlichen Bedeutung „Christusträger„.

Zum Abschluss noch Heiko Westermann. Sein Name ist eine niederdeutsch-friesische Kurzform von Heinrich. Der ging entweder aus Heimerich (eine althochdeutsche Zusammensetzung aus heim („daheim, Heim„) und rihhi („reich, mächtig„) oder aus älteren Zusammensetzungen mit hagen-/hagen- („Einhegung, umhegter Wohnplatz„) hervor. Außerdem könnte Heiko auch eine friesische Form zu Namen, die mit heil (althochdeutsch für „heil, gesund„) gebildet werden, sein.

Und das waren dann auch genug Namen für heute. Ab jetzt gilt es nur noch zu hoffen, dass die deutschen Abwehrspieler, ganz egal wie sie heißen, möglichst viele kroatischen Tore verhindern. (Nachtrag 19:55: Manchmal bringen Hoffnungen ziemlich wenig…)

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torhüter

Was ist manchmal fast noch interessanter als große Fußballturniere? Genau, das können nur Vornamen sein.

Warum also nicht zum wiederholten Male diese beiden schönen Themen verbinden? Gut, eventuell wäre es ein Argument, dass ein Haufen gähnend-langweiliger Artikel über noch langweiligere Klausurthemen gelesen werden will. Aber darüber sehe ich einfach mal hinweg. Ist ja nicht jeden Tag Fußball-EM.


Heute gibt es deswegen einen Beitrag zu den Vornamen unserer Torhüter. Die heißen bekanntlich René Adler, Robert Enke und Jens Lehmann.

René ist die französische Form des lateinischen Renatus. Der leitet sich von der Vergangenheitsform des lateinischen Verbs renasci für „wiedergeboren“ ab. Ein René ist also „der Wiedergeborene“ (wäre also auch was für den Osterbeitrag gewesen). Der Name wurde oft im christlichen Sinne vergeben und gedeutet; „durch die Taufe neugeboren“. Kann man das jetzt irgendwie auf René Alder übertragen? Irgendein Omen für das Turnier daraus basteln? Geht bestimmt, mir fällt aber nichts ein.

Deswegen schnell weiter zu Robert. Das ist eine seit dem Mittelalter vor allem im niederdeutschen Sprachgebiet und in Nordfrankreich (später auch in England) verbreitete Nebenform zu Rodebert oder Rodebrecht. Das sind germanische Namen die sich aus dem althochdeutschen Gliedwörtern hruod („Ruhm“) und beraht („glänzend“) zusammensetzen. Robert ist folglich „durch seinen Ruhm berühmt“, „der Ruhmesglänzende“. Das stimmt uns doch schon gleich wieder hoffnungsvoller als so eine schnöde Wiedergeburt.

Auch Jens hat eine durchaus nicht demotivierende Bedeutung. Ist es doch die dänische und niederdeutsche Kurzform des lateinisch/ griechischen Johannes. Der geht auf den hebräischen Jejohanan, einer Zusammensetzung aus jeho(wa) („Gott“) und hanan („gnädig sein“), zurück. Man bittet also darum, dass Jahwe dem Namensträger gnädig sei. Oder stellt einfach fest, dass Jahwe gnädig ist.

Und weil er in seiner Abwesenheit ja fast anwesender ist als Adler und Enke zusammen, kurz vorm Ende noch ein Blick auf Timo. Das ist entweder eine Kurzform vom griechischen Timotheus („Gott ehrend“) oder eine Nebenform zu Thiemo, Thieme. Das sind germanische Ableitungen zu Zusammensetzungen mit diet (althochdeutsch für „Volk, Menschen“), daraus wohl vor allem zu Dietmar (mit mar für „berühmt“).

Hoffen wir also, dass der Fußballgott Jens‘ Namen Ehre macht und Deutschland gleich gnädig ist. Bei Lehmanns derzeitiger Form scheint das nötig.

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